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Wiener Sternenhimmel

Von Nies Jürgens // 16. Juli 2020 // Genuss

Zwei Michelin-Sterne, zwei großartige Restaurants (bald noch eins) und zwei kulinarische Herzen in seiner Brust – der griechisch-österreichische Koch Konstantin Filippou verbindet alpine Perfektion mit mediterraner Lässigkeit.

Auf den ersten Blick ist er der typische Grieche.Schwarze Locken, schwarzes Hemd, tiefer Ausschnitt, dunkle Augen, sanftes Lächeln. Auf das erste Wort hingegen ist er der typische Österreicher, dehnt die Worte in wunderbar alpenländischer Mundart. Ist ja klar, geboren in Graz, Vater aus Griechenland. „Ich habe sicher die griechische Lebensfreude in mir: gut essen und trinken, mit lieben Menschen Zeit verbringen und nie auf die Uhr schauen. Das Österreichische ist wahrscheinlich die Zielstrebigkeit, der Wille, auch das Unmögliche möglich zu machen“, sagt Konstantin Filippou und verbindet beide Welten auch kulinarisch perfekt miteinander –...

Zwei Michelin-Sterne, zwei großartige Restaurants (bald noch eins) und zwei kulinarische Herzen in seiner Brust – der griechisch-österreichische Koch Konstantin Filippou verbindet alpine Perfektion mit mediterraner Lässigkeit.

Auf den ersten Blick ist er der typische Grieche.Schwarze Locken, schwarzes Hemd, tiefer Ausschnitt, dunkle Augen, sanftes Lächeln. Auf das erste Wort hingegen ist er der typische Österreicher, dehnt die Worte in wunderbar alpenländischer Mundart. Ist ja klar, geboren in Graz, Vater aus Griechenland. „Ich habe sicher die griechische Lebensfreude in mir: gut essen und trinken, mit lieben Menschen Zeit verbringen und nie auf die Uhr schauen. Das Österreichische ist wahrscheinlich die Zielstrebigkeit, der Wille, auch das Unmögliche möglich zu machen“, sagt Konstantin Filippou und verbindet beide Welten auch kulinarisch perfekt miteinander – mit kulturüberschreitenden Kreationen wie Langostinos mit Kalbszunge oder Aal mit Mangalitza-Schwein. In seinem Restaurant „Konstantin Filippou“ im Herzen von Wien konzentriert sich der Chef voll und ganz auf seine puristische Küche. „Nichts interessiert mich mehr, als jedes Produkt, mit dem ich arbeite, auf den Punkt zu bringen“, sagt Filippou und das hört sich vielleicht etwas anstrengend an. Dafür wirkt es dann aber auf den (eigens für sein Restaurant angefertigten) Tellern so kunstvoll und lässig und gelingt zum Beispiel mit seinem Signature Dish „Brandade“ so frisch und leicht, dass einem das Herz im Leibe lacht. Absolute Perfektion und Kreativität ergeben genau die Energie, die Konstantin Filippou erzeugen will. „Schließlich geht man doch in ein Restaurant, um Spaß zu haben, und nicht, um schnell aufzuessen, damit man endlich in seine Lieblingsbeisl gehen kann, um noch ein paar Gläser Wein zu trinken.“ Also: Zurücklehnen, staunen, genießen, lachen – und irgendwann, zum Abschluss, einen Ouzo? „Eher selten, aber dann gerne mit ein bisschen Heimweh nach Griechenland.“

Purer, elegant-reduzierter Charme im Restaurant „Konstantin Filippou“, legere Atmosphäre im Weinbistro „O boufés“. Beides Dominikanerbastei 17 im Zentrum von Wien. www.konstantinfilippou.com/restaurant/de/

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AUSGABE BELLBOY TRAVELLER 01/20
STADT // LAND // KONTINENT Wien // Österreich // Europa
FOTOGRAFIE // ILLUSTRATION Per-Anders Jörgensen